Details zur Gewinnung von Deponiegas

Auf Mülldeponien entsteht Deponiegas durch den mikrobiellen Abbau organischer Substanzen (Biomasse). Die Hauptkomponenten sind Methan und Kohlendioxid, des Weiteren geringe An-
teile von Stickstoff und eventuell Sauerstoff. Verunreinigungen ergeben sich durch Schwefel-
wasserstoffe.

Die Deponiegasentstehung lässt sich nach Farquhar und Rovers in vier Stufen einteilen:

  • Stufe I: Oxidation (aerob)
    In der I. Stufe, der aeroben Phase im Oberflächenbereich einer Deponie sowie im frisch eingebauten Müll, werden organische Verbindungen (z.B. feuchte Küchenabfälle) durch aerobe Bakterien in ihre organischen Bausteine (Fettsäuren, Zucker) aufgespalten. Da die Kontaktzeit zwischen Müll und dem Luftsauerstoff relativ kurz ist, werden in dieser Phase nur leicht abbaubare Stoffe umgesetzt.
  • Stufe II: Saure Gärung (anaerob)
    In dieser Stufe werden die komplexeren organischen Abfallinhaltsstoffe durch anaerobe Bakterien zu Fettsäuren, Kohlendioxid, Alkohol und Wasserstoff abgebaut.
  • Stufe III: Instabile Methanphase (anaerob)
    Hier werden die gebildeten Zwischenprodukte mit Hilfe der Methanbakterien in Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2) umgewandelt. Diese Phase dauert etwa 6 Monate. Während dieser Zeit unterliegt die Gasproduktion starken Mengen- und Konzentrationsschwankungen. Die zunächst hohe Kohlen-
    dioxidproduktion, die parallel zur Abnahme von Sauerstoff und Stickstoff verläuft, nimmt allmählich zugunsten der Methanproduktion ab.
  • Stufe IV: Stabile Methanphase (anaerob)
    Die Stufe IV ist erreicht, wenn sich das Verhältnis der Methan- zur Kohlendioxidproduktion bei einem relativ konstanten Wert einstellt. Diese nahezu konstante Methanproduktion kann dann über zwei Jahrzehnte anhalten.

Im Durchschnitt liegt die Deponiegaszusammensetzung bei ca. 50-55 Vol.-% Methan und
42-45 Vol.-% Kohlendioxid. Pro Tonne Hausmüll entstehen zwischen 120 und 300 Nm³ Deponiegas. Diese Menge verteilt sich hauptsächlich auf die ersten 10 bis 20 Jahre nach
dem Einbau.